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TU Berlin

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Untersuchungen zur Limnologie äquatorialer Hochgebirgsseen in Ecuador

  • Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Projektleitung: Priv. Doz. Dr. Günter Gunkel
  • Bearbeitung: Dipl. Biol. Jorge Casallas

Problemstellung
Die Bewertung der Gewässerqualität und der Eutrophierungsneigung hochmontaner tropischer Seen, wie sie z. B. in den Hochanden von Südamerika vorkommen, ist bislang nicht möglich, da keine ausreichenden Untersuchungen dieser Gewässer vorliegen. Extrem hohe UV-Einstrahlungen und fehlende Jahreszeiten führen dazu, daß die dortigen Gewässer nicht mit den hiesigen Gewässern verglichen werden können. Zudem fehlen die grundlegenden Daten über die aquatische Fauna und Flora dieser Gewässer.

Vorgehensweise
Der San Pablo See ist ein kalter (bis 20°C) Hochgebirgssee, unmittelbar am Äquator gelegen, 600 ha groß und 35 m tief, auf 2.700 m ü. NN. Der Zufluß erfolgt über einen Bach, der das umliegende Bergland mit einer Höhe von bis zu 4.000 m entwässert. Im Rahmen der Untersuchungen wird eine limnologische Studie erarbeitet. Desweiteren werden wasserchemischen Parametern, Sedimentdaten und gewässerbiologische Daten erhoben sowie die Fauna und Flora beschrieben.

Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, das der See monomiktisch ist mit einer Stratifikationsphase von Oktober bis Juni mit nur ca. 2°C Temperaturdifferenz, das Epilimnion ist 15 m mächtig und wird durch nächtliche Auskühlungsprozesse geprägt. Interne Seiches und nächtliche Konvergenzströmungen treten auf und führen zu einer regelmäßigen Teildurchmischung des Sees.

Die intensive landwirtschaftliche Nutzung im Einzugsgebiet sowie eine unzureichende Abwasserentsorgung haben zu einer rasanten Eutrophierung des Sees geführt. Phosphor ist im Freiwasser in hohen Konzentrationen (0,14 - 0,25 mg/L SRP im Epilimnion) ganzjährig vorhanden. Die Eutrophierung manifestiert sich primär in der Entwicklung der Makrophyten und dem Auftreten eines hypolimnischen Sauerstoffdefizits. Die Entwicklung des Phytoplanktons ist durch die regelmäßige nächtliche Durchmischung gehemmt.

Die Sedimente des Sees bestehen aus anaeroben organischen Material mit einer hohen P-Konzentration (6 g/kg P in der Trockensubstanz). Die Sedimentationsrate beträgt 0,7 cm/Jahr.

Die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft des Sees konnte ermittelt werden und zeichnet sich durch eine extreme Artenarmut (bei hoher Biomasse) aus, so sind lediglich 1 Daphnidae-, 1 Copepode- und 2 Fischarten anzutreffen.

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